Gummersbach, den 8. Oktober 2002 Die Gehälter von Managern
in Krankenhäusern liegen deutlich unter denen in
Wirtschaftsunternehmen. Während der Geschäftsführer eines
Krankenhauses durchschnittlich 120 000 Euro Jahresgesamtgehalt
bezieht, bringt es ein Manager in vergleichbarer Position in
einem Wirtschaftsunternehmen auf über 200 000 Euro. Die Bezüge
der Chefärzte liegen mit 285 000 Euro deutlich über den
Einkommen der nicht-ärztlichen Führungskräfte. Dies sind
Ergebnisse der Studie "Führungskräfte in Krankenhäusern
2002", vorgelegt von der Kienbaum Management Consultants
GmbH. "Der Kostendruck auf die Krankenhäuser wächst.
Gleichzeitig gilt es, die optimale Versorgung der Patienten
zu gewährleisten. Nur modern geführte, ertragsstarke und
somit wettbewerbsfähige Kliniken werden am Markt bestehen.
Voraussetzung hierfür sind erstklassige Führungskräfte.
Eine angemessene Vergütung spielt bei der Etablierung eines
effizienten Klinikmanagements eine wichtige Rolle", sagt Jürgen
Schoder, Projektleiter der Studie bei Kienbaum.
Frauen in Führungspositionen: In der
Minderheit und schlecht bezahlt
An der Kienbaum-Studie beteiligten sich insgesamt 171
Krankenhäuser, die 823 nicht-ärztliche Führungspositionen
und 348 Chefarzt-Positionen meldeten. Ein Ergebnis der
Untersuchung: Frauen sind in den Führungspositionen deutlich
unterrepräsentiert und werden schlechter bezahlt. Während
ein männlicher Geschäftsführer eines Krankenhauses
durchschnittlich 121 000 Euro verdient, erreicht seine
Kollegin lediglich ein Jahreseinkommen von 116 000 Euro. Noch
deutlicher ist die Differenz bei den Chefärzten. Hier erzielt
der männliche Chefarzt ein Jahresgesamtgehalt von 290 000
Euro, während eine Chefärztin es lediglich auf 189 000 Euro
bringt.
Im Ost-West-Vergleich fällt auf, dass Geschäftsführer im
Westen wie im Osten Deutschlands durchschnittlich 120 000 Euro
verdienen. Der Chefarzt West hingegen erzielt ein
Jahreseinkommen von 307 000 Euro, sein Kollege im Osten aber
lediglich 130 000 Euro. "In vielen Fällen werden in
Ostdeutschland vergleichbare Einkommen gezahlt, dies ist auch
Folge eines Zuzugs von Führungskräften aus dem Westen. Die
deutlich niedrigeren Chefarzteinkommen sind darin begründet,
dass im Osten den Chefärzten wesentlich seltener ein
Liquidationsrecht vertraglich eingeräumt wird", sagt Jürgen
Schoder.
Trend zur variablen Vergütung
In Industrie und Handel erhalten nahezu 90 Prozent aller
Geschäftsführer einen Teil ihres Einkommens in erfolgsabhängiger
Form. Durchschnittlich liegt der variable Anteil bei 26
Prozent der Jahresgesamtbezüge. Auch in Krankenhäusern geht
der Trend zu einer leistungsabhängigeren Vergütung. Mehr als
zwei Drittel der Geschäftsführer und 45 Prozent der
Verwaltungsdirektoren/Kaufmännischen Direktoren und
Verwaltungsleiter erhalten Teile ihres Einkommens in variabler
Form. Bei Geschäftsführern liegt die Höhe bei 13 Prozent
des Gesamtgehalts, auf der Ebene darunter bei elf Prozent.
"Im Zusammenhang mit der neuen Wettbewerbssituation kommt
der variablen Vergütung auch in Krankenhäusern eine immer stärkere
Bedeutung zu. Die Kopplung von Vergütung und
Unternehmenserfolg steigert die Motivation und Identifikation
der Führungskräfte mit ihrem Krankenhaus", sagt Schoder.
Der Dienstwagen gehört in Industrie und Handel zu den am
weitesten verbreiteten Zusatzleistungen. Geschäftsführer und
Vorstände verfügen durchweg über dieses Extra; auf der
ersten und zweiten Führungsebene liegt die Verbreitung bei 72
bzw. 43 Prozent. In Krankenhäusern haben Dienstwagen eine
weit geringere Bedeutung. Während jeder zweite Geschäftsführer
einen Dienstwagen fährt, steht nur noch einem Viertel der
Verwaltungsleiter ein PKW zur Verfügung. Abteilungsleiter und
Chefärzte erhalten nur in Ausnahmefällen einen Dienstwagen.
Die Vergütungsstudie "Führungskräfte in Krankenhäusern
2002" ist zum Preis von 520 Euro (+ MwSt.) direkt bei der
Kienbaum Vergütungsberatung, Postfach 10 05 52, 51605
Gummersbach, erhältlich (Fax 02261/703-201).